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Dienstag, 10 Dezember 2013 15:06

Sei schnell zum Hören!

Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn! (Jak. 1,19)

Diesen Vers zitieren wir gerne gegenüber unseren Kindern oder auch uns selbst, wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht – insbesondere schwierigen Menschen. Es ist sicher weise erst einmal gut zuzuhören, besonnen zu reagieren und vor allem nicht schnell zornig zu werden. Das ist ein wirklich guter, biblischer Rat, der auch durch andere Bibelstellen unterstützt wird (z.B. Spr. 15,1; Eph. 4,31-32).

Doch ist das wirklich, worum es in Jak. 1,19 geht? Ich denke nicht.

Für sich gesehen, würde man den Vers sicher so verstehen, doch im Zusammenhang geht es um etwas anderes – nämlich um das „Wort der Wahrheit“, die Bibel (V. 18). In V. 19 gibt uns Jakobus also keinen Rat, wie wir mit schwierigen Menschen umgehen sollen, sondern er fordert uns auf, Gottes Wort „schnell zu hören“. Das heißt, wir sollen Gottes Rat, Überführung und Ermahnung zügig annehmen.

Aber was meint Jakobus dann damit, dass wir „langsam zum Reden und langsam zum Zorn“ sein sollen? Geht es da nicht darum, wie wir mit anderen Menschen umgehen? Auch hier hilft uns wieder der Textzusammenhang. Im ersten Kapitel seines Briefes hatte Jakobus über Anfechtungen (V. 2ff; 12) und Versuchungen (V. 13ff) gesprochen. Gerade in solchen Situationen ist es wichtig, dass wir „schnell“ auf Gottes Wort reagieren. Aber es besteht auch die Gefahr, dass wir irgendwann beginnen, über unsere Situation zu klagen („reden“) und sogar zornig zu werden. Und genau darauf bezieht sich Jakobus Warnung: „Jeder Mensch sei… langsam zum Reden, langsam zum Zorn!“. Denn, auch wenn es uns in der konkreten Situation schwer fällt, ist es dennoch so, dass Anfechtungen zu unserer „Bewährung“ führen, die wiederum „Standhaftigkeit“ bewirkt (V. 3), mit dem Ziel, dass…

…ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt. (V. 4b)

V. 19 hat also eine viel breitere Anwendung, als nur unsere Kommunikation mit schwierigen Menschen. Jakobus möchte uns darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, dass wir Gottes Wort zügig annehmen, wenn wir angefochten sind und versucht werden. Das Ganze ist Jakobus so wichtig, dass er es in V. 21 mit diesen ermutigenden Worten nochmal wiederholt:

… nehmt mit Sanftmut das euch eingepflanzte Wort auf, das die Kraft hat, eure Seelen zu erretten! (Jak. 1,21b)

Wenn du gerade durch eine schwierige Phase in deinem Leben gehst oder mit Versuchungen zu kämpfen hast, dann suche Gottes Nähe. Denn durch sein Wort, bekommen wir die Kraft, die uns „rettet“ (V. 21b), wenn wir durch Anfechtungen und Versuchungen gehen.